togoische flagge


Die Kirche in Togo

Geschichte

Der christliche Glaube begann in Togo eigentlich zu Beginn des 18. Jahrhunderts mit der Landung Herrenhuter Missionare. Keiner dieser Eiferer war damals dem Tropenfieber gewachsen. Deswegen konnte das Evangelium erst gute hundert Jahre später hier Fuß fassen.
1892 kamen 5 Steyler Missionare in der deutschen Kolonie an und gründeten die erste Station in Lomé. Sie bauten in den 24 Jahren ihres Wirkens in Togo zahlreiche Gemeinden auf und brachten den Glauben bis nach Aledjo, etwa 400 km im Norden. Sie erlebten noch, wie die deutsche Verwaltung das dahinter liegende Kabiye-Land den katholischen Missionaren zusprach.
1918 mussten alle deutschen Missionare das Land verlassen. Nach einer längeren Zwischenzeit übernahmen elsässische SMA-Missionare die katholischen Gemeinden.

die Kathedrale von Kara Lange galt das südliche Ewe-Land als die vornehmlich christliche Gegend, während der Norden als "wildes Heidenland" betrachtet wurde. Langsam änderte sich das. 1955 wird mit Sokodé im Norden die erste Diözese errichtet, die dann 1994 in drei Diözesen geteilt wird. Eine davon ist Kara, das Zentrum des Kabiye-Landes.

Heute gibt es in der Diözese Kara 25 Gemeinden mit gut 150 000 Christen. Von den etwa 50 Priestern sind nur noch etwas mehr als 15 % aus anderen Ländern. Afrikanische Priester sind nun nachgerückt. Das ist gut für das Selbstbewusstsein der jungen afrikanischen Kirche. Andrerseits sind manche Beziehungen zu Europa eingeschlafen. Ohne ihren europäischen "Schutzengel" sehen sich viele Gemeinden aber vor argen finanziellen Schwierigkeiten.

Im Januar wurde Jacques Longa zum neuen, 3. Bischof der jungen Diözese ernannt. Viele Hoffnungen ruhen auf ihm.

 

Die Pfarrei Solla

In Togo werden ständig neue Pfarreien gegründet. Die Pfarrei Pagouda hatte Ende 2004 25 Außenstationen. So wurde aus 9 dieser Stationen eine neue Pfarrei mit dem Zentrum Solla. Etwa 700 getaufte Katholiken leben hier. Dazu kommen noch viele Sympathisanten, Taufbewerber oder solche, die sich als Christen betrachten, aber aus familiären Gründen nicht getauft werden können.
Es gibt hier nicht nur die Katholische Kirche. Allein im Ort Solla zählt man noch 4 andere Kirchen wie Pfingstler, Baptisten, "Christianisme Celeste" (Himmlisches Christentum) oder "Assemblée de Dieu" (Versammlung Gottes).

Die Pfarrei umfasst ein Gebiet von 25 km Länge, mit zwei Kantonen - Solla und Boufalé - mit etwa 20 Dörfern, in denen 7 katholische Kapellen stehen.
Im Gebiet werden 3 Sprachen gesprochen. Kabiye ist im Süden (Boufalé) vorherrschend. Im Zentrum wird Solla gesprochen und ganz im Norden berührt die Pfarrei das Tamberna-Gebiet.

Seit Januar 2006 besteht die Pfarrei mit dem Missionar Ronald Kudla als Pfarrer. Nach der feierlichen Gründung verbunden mit Bischofsbesuch und Firmung geht die Gründungsarbeit im täglichen Leben weiter: Das Wort Gottes muss leben und in Fleisch und Blut übergehen.

Da immer Bedarf an Katechisten ist, wurde eine monatliche Ausbildung für Jugendliche begonnen, die bei Katechese und Evangelisation mithelfen wollen. Die Gruppe hat 15-20 Mitglieder. 3 davon wurden zur 3jährigen Ausbildung nach Kara geschickt.

Seit Januar 2007 gibt es auch eine Schwesternstation in der Pfarrei Solla. Im Dorf Banwaré 3 km vom Solla entfernt haben sich die Schwestern von der Bekehrung des Heiligen Paulus (PSP) niedergelassen, namentlich Schwester Sophie, Schwester Alice und Schwester Jannette. Sie helfen bei der Katechese und bei der Organisation vieler Aktivitäten der Pfarrei mit. Im April 2008 wurde der Bau des Schwesternhauses fertig gestellt. Seitdem entwickelt sich die Niederlassung vor allem in Richtung Landwirtschaft...

Im gleichen Monat wurde das Pfarrhaus in Solla fertig gestellt. Nun hat die Pfarrei ein richtiges Zentrum und kann auch in einigermaßen annehmlicher Weise Gäste empfangen. Im August 2008 gab es noch einmal Zuwachs für ein Jahr. Mit Bernard Yakpa, wurde uns das erste Mal ein Praktikant zugeteilt. Die kompetente Hilfe eines Seminaristen ist nicht zu unterschätzen.

Landkarte mit dem Pfarrgebiet von Solla